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30 Jahren Spanien in der EU

Am 12. Juni 2015 ist es genau 30 Jahre her, dass der Vertrag für den Beitritt Spaniens und Portugals in Madrid unterschrieben wurde. Der Weg zur Europäischen Gemeinschaft gestaltete sich schwierig und steht immer noch vor Herausforderungen, aber auch vor einer optimistischen Zukunft.

Wer hätte gedacht, dass nur 10 Jahre nach der Abschaffung, der fast 40 Jahre dauernden Diktatur Francos, Spanien als gleichberechtigtes Mitglied der Europäischen Gemeinschaft beitritt. Der politische Wille war da. Trotz des 1962 abgewiesenen Beitrittsgesuch Spaniens, unterstrich Konrad Adenauer 1967 in Madrid, die Zugehörigkeit Spaniens in ein zukünftiges, vereinigtes Europa: „Unser Ziel kann – das ist meine volle Überzeugung – nicht ein Europa der Sechs bleiben. Auch Spanien muss dazu kommen. Spanien muss wegen seiner geografischen Lage, wegen seiner Geschichte, seiner Tradition, seines unersetzlichen Beitrags zur europäischen Kultur, ein wesentlicher Bestandteil auch des kommenden Europas sein“. Dieser Aufruf hatte das Ziel, die von Angst geprägte Außenpolitik Spaniens zu unterbrechen. Die spanische Antwort ließ 9 Jahren auf sich warten. Nur ein paar Monate nach Francos Tod wurde ein neuer Beitrittsgesuch gestellt. 


Letztendlich war dieser Beitritt der letzte Schritt zur Konsolidierung der jungen Demokratie. Spanien stellte sich an die Seite der europäischen Integrationsbefürworter. Im Oktober 1992 ratifizierte das spanische Parlament mit großer Übereinstimmung von Regierung und Opposition den Vertrag von Maastricht. Zudem gelang es dem Land alle darin festgelegten Kriterien zu erfüllen, so dass es im Mai 1998 der Europäischen Währungsunion beitreten konnte. Damit wurde der Euro fristgerecht zum 1. Januar 2002 eingeführt. Auch die Erweiterungsrunden in den Jahren 2004 und 2007 unterstützte Spanien tatkräftig, wohl wissend, dass diese zu finanziellen Einbußen für das Land führen würden. Im Februar 2005 ratifizierte Spanien mit überwältigender Mehrheit (77 Prozent) in einer Volksabstimmung den Entwurf für die Europäische Verfassung. Dieses Ergebnis unterstreicht die hohe Akzeptanz der EU in der spanischen Bevölkerung. In kaum einem anderen Land ist sie ähnlich hoch. Das hat sicherlich auch mit einer großen Dankbarkeit der Menschen gegenüber der

Allerding erlebt Spanien seit 2007 schwierige Jahre: Als die Immobilienblase 2007 platzte, geriet die Wirtschaft in eine Rezession. Die Arbeitslosenquote stieg von 8,6 % (Ende 2007) auf 21,5 % (Ende 2011), im März 2013 lag sie bei 27,16 %. Von den unter 25-Jährigen waren 57,22 % ohne Beschäftigung. Der spanische Bankensektor wurde aber nicht im Stich gelassen und am 9. Juni 2012 sagten die Finanzminister der Eurozone der Regierung einen Kredit von bis zu 100 Milliarden Euro zu.
Neue Hindernisse müssen nun überwunden werden, während die Einwohnerzahl von 1900 bis 2012 von etwa 18,3 auf 47,3 Millionen angestiegen war, sank die Einwohnerzahl 2012 erstmals. Sie könnte bis 2052 auf 41,5 Millionen sinken. Die Geschichte hat uns aber gezeigt, dass das spanische Volk zu Wundern fähig ist. Eins ist sicher, egal was die Zukunft bereit hält Spanien und die EU werden es zusammen überwinden. Denn wie Helmut Kohl gesagt hat: “Europa ohne die iberische Halbinsel, ohne Spanien und Portugal, ist noch mehr ein Torso als Europa sowieso sein muss, der freie Teil Europas, durch die Trennung durch Mauer und Stacheldraht, die gerade wir Deutsche ertragen müssen.”