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Ein neuer Klimavertrag für die Welt

Am Samstagabend verkündete Frankreichs Außenminister Laurent Fabius das langersehnte neue Klimaschutzabkommen. Die Reaktionen auf die Ergebnisse des Gipfels in Paris waren überwiegend positiv. Doch längst nicht für jeden sind alle Zweifel beseitigt.

Stolz posieren Tagungsleiter Laurent Fabius, Frankreichs Präsident François Hollande, UN-Klimachefin Christiana Figueres und UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon vor den Fotografen. Hand in Hand stehen sie auf der Bühne und zeigen der Welt: Wir haben es geschafft. In der Tat haben sich 195 Staaten auf ein gemeinsames Abkommen geeinigt, in dem sie sich verpflichten, die Temperaturerhöhung auf nicht mehr als 2 Grad ansteigen zu lassen. Es sollen sogar 1,5 Grad angestrebt werden. Darauf haben die besonders vom Klimawandel bedrohten Inselstaaten bestanden.

Einige Umweltorganisationen lobten die Ergebnisse der Konferenz. „Es ist schon großartig, dass die Welt in einer Zeit in der in Syrien der Bürgerkrieg tobt, wo Terror herrscht, sich zusammenfindet und von hier aus geht das Signal, dass es vorbei ist mit der Zeit der Kohle", sagt Martin Kaiser von Greenpeace.

Der politische Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, Christoph Bals, meinte: „Das Abkommen wird die Welt der Energie- und Klimapolitik verändern. Dass sich alle auf einen Pfad zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas begeben, bedeutet einen Wendepunkt in der Klimageschichte."

Doch nicht alle Umweltorganisationen sind mit den Resultaten zufrieden. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärte: „Die Diskrepanz zwischen dem in Paris vereinbarten Temperaturziel und der tatsächlichen Klimapolitik der Staaten ist riesig." Für ihn liefere das Abkommen keine angemessenen Antworten auf die Klimakrise.

Ihn stören die vagen Pläne einiger Länder. Jeder Staat legte in der Konferenz einen eigenen Entwurf zum Klimaschutz vor, welche in dem gemeinsamen Vertrag aufgingen. Die staatlichen Klimaziele bemängelte auch Jan Kowalzig von der Hilfsorganisation Oxfam als unzureichend. So werde das Ziel von 2 Grad nicht erreicht, meint Kowalzig.

Neben Oxfarm und BUND fordern allerdings auch andere Umweltorganisationen, dass der Vertrag noch vor 2020 umgesetzt werden solle. Umweltministerin Barbara Hendricks räumt ein, dass auch Deutschland noch mehr tun müsse, um die hochgesteckten Klimaschutzziele zu erreichen.

2019 trifft sich die internationale Staatengemeinschaft erneut, um die Verträge zu verbessern. Für einige Umwelt- aber auch Wirtschaftsverbände zu spät. Gelingt es allerdings den Staaten, den Klimavertrag in wichtigen Punkten zu ergänzen, könnten die kritischen Stimmen leiser werden.

 

Quellen:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klimagipfel/nach-klimagipfel-scharfe-kritik-am-klima-vertrag-von-paris-13964349.html

http://www.tagesschau.de/ausland/klimaabkommen-107.html

http://www.tagesschau.de/ausland/klimavertrag-einigung-103.html

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-12/umweltschutz-klimagipfel-vertrag-reaktionen-fossile-brennstoffe-erneuerbare-energien

http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-12/klimakonferenz-paris-2015-klimawandel-live