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Europäisches Parlament würdigt Mut von Raif Badawi

Der saudi-arabische Blogger erhält dieses Jahr den Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit. Das verkündete das Europäische Parlament in Straßburg. Badawi hatte sich für freie Meinungsäußerung eingesetzt und plädierte für eine Trennung von Staat und Religion im absolutistischen Königreich Saudi-Arabien. Dafür wurde er 2012 wegen „Beleidigung des Islams“ verhaftet und zu 1000 Peitschenhieben verurteilt. Dies hatte weltweit für Empörung gesorgt. Mit der Preisverleihung möchte die EU auch ein klares Signal an die Machthaber in Riad senden.

Raif Badawi bezeichnete sich auf seiner mittlerweile verbotenen und abgeschalteten Internetseite selbst als „Menschenfreund, Freigeist und Schriftsteller“. Er kritisierte unter anderem den streng religiösen Charakter des Königreichs. Für solche Aussagen sitzt der saudi-arabische Denker, der mit seiner Webseite einen Raum für öffentliche Diskussionen schaffen wollte, in Haft. Anfang 2015 erhielt der 31-Jährige die ersten 50 Peitschenhiebe. Öffentlich. Nach heftigen internationalen Protesten erfolgten bisher keine weiteren Schläge.

Nun ehrt die EU seinen Einsatz für mehr Freiheit und Menschenrechte mit dem Sacharow-Preis. Benannt ist die Auszeichnung nach dem sowjetischen Dissidenten und Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow (1921-1989). Die Europaabgeordneten wollen damit die Menschenrechte und Demokratie in aller Welt fördern. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan und Südafrikas Ex-Präsident Nelson Mandela.

Parlamentspräsident Martin Schulz bezeichnete die Strafe für Badawi als „schlimmste Folter“ und forderte zugleich die sofortige Freilassung des Regimekritikers, damit dieser seine Auszeichnung am 16. Dezember persönlich im Empfang nehmen kann. Für Badawis Ehefrau Ensaf Haidar bringt diese Ehrung neue Hoffnung, ihren Ehemann und Familienvater bald wieder zu sehen. Sie floh vor zwei Jahren mit ihren Kindern aus Saudi-Arabien nach Kanada. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass der seit drei Jahren inhaftierte Badawi an diesem Tag anwesend sein wird. Eine Reaktion seitens der Regierung in Riad blieb bisher aus.

Zum Weiterlesen:
http://www.dw.com/de/sacharow-preis-f%C3%BCr-inhaftierten-blogger-raif-badawi/a-18814334

http://www.dw.com/de/regimekritiker-und-dauerh%C3%A4ftling/a-18812825

https://www.tagesschau.de/ausland/badawi-sacharow-103.html

http://www.taz.de/!5246733/