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Front National verliert Regionalwahl und gewinnt gleichzeitig weiter an Boden

Die rechtsextreme Partei Front National (FN) konnte in der zweiten Runde der Regionalwahlen keine der 13 Regionen in Frankreich gewinnen. Dennoch erzielte die Partei ein Rekordergebnis mit über sechs Millionen Stimmen. Die Resultate zeigen: In Zukunft ist mit dem FN zu rechnen. Frankreich und Europa blicken mit großer Sorge auf die Präsidentschaftswahlen 2017.

Entsetzen herrschte in Frankreich und innerhalb der EU, als die Ergebnisse des ersten Wahlgangs präsentiert wurden. In 6 der 13 Regionen lag die Partei von Marie Le Pen vorne. Die Sozialisten reagierten und zogen aus 2 Regionen ihre Kandidaten zurück, um die rechtsextreme Partei zu schwächen, die aus dem Euro austeigen, die Grenzen für Einwanderer schließen und die Todesstrafe wieder einführen will. Zugleich bildete die Parti Socialiste (PS) mit der Linke und den Grünen ein Bündnis gegen den Front.

Und damit hatten sie Erfolg. In der entscheidenden zweiten Runde errang der FN in keiner Region die meisten Stimmen. Im Vergleich zur letzten Regionalwahl erhielt die Partei jedoch dreimal so viele Sitze. In vielen Regionalparlamenten ist der FN nun stärkste Opposition. Trotz der „Wahlschlappe“ für die Rechtsextremen (schließlich erhofften sie sich nach dem ersten Wahldurchgang einen Sieg in mindestens einer Region) warnte Frankreichs Premierminister Manuel Valls vor dem Front.

Unter Marine Le Pen erlebte die rechtsgerichtete Partei einen rasanten Aufstieg. Bei der diesjährigen Europawahl holte der FN in Frankreich mit 24,95% die meisten Stimmen. Bei der Präsidentschaftswahl 2012 wählten 17,90 % Marine Le Pen. So viele Stimmen bekam zuvor noch nie ein FN-Mitglied bei einer Präsidentschaftswahl. Als Drittplatzierte verpasste sie jedoch damals die Stichwahl, die der aktuelle Staatspräsident François Hollande gegen Nicolas Sarkozy gewann.

Die Regionalwahlen gelten als Stimmungstest für die Präsidentschaftswahlen in zwei Jahren. Der FN wird vorerst in keiner Region regieren, nichtsdestotrotz ging die Partei gestärkt aus den Wahlen hervor. Wie hoch stehen nun die Chancen, dass die Tochter von Parteigründer Jean-Marie Le Pen 2017 in den Élyséespalast einzieht? Wieso findet die europafeindliche Partei in Frankreich solch einen großen Zuspruch?

Fragen, die viele beschäftigen. Schließlich bildet die Grande Nation mit Deutschland den Kern der EU. In den folgenden Kommentaren versuchen einige Autoren, Antworten auf die komplexen Ursachen über den wachsenden Einfluss des FN zu geben:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-12/frankreich-front-national-marine-le-pen

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/frankreichs-jugend-wendet-sich-dem-front-national-zu-13955350.html

http://www.sueddeutsche.de/politik/regionalwahlen-warum-die-rechtsextremen-in-frankreich-so-erfolgreich-sind-1.2771091-2