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Referendum in Griechenland – Tsipras fordert Bevölkerung zum Nein auf

Mit großer Spannung wird das Ergebnis des Referendums über das Angebot der Institutionen am Sonntag, den 5. Juli 2015, in Griechenland erwartet. Wird sich das griechische Volk für eine gemeinsame Wirtschafts- und Währungspolitik oder dagegen aussprechen?

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras forderte sein Volk auf, in einem Referendum darüber abzustimmen, ob das griechische Volk das Angebot der Institutionen EU, IWF und EZB mitträgt. Gleichzeitig fordert er die Bevölkerung offen auf, mit Nein zu stimmen. Weiteren Anlass zu dieser Vermutung gibt die zeitlich viel zu knapp organisierte Volksabstimmung, was zum einen nicht den europarechtlichen Anforderungen gerecht wird und zum anderen dem griechischen Volk nur wenig Zeit gewährt, sich mit dem komplizierten Thema und auch mit den weitreichenden europapolitischen Folgen auseinander zu setzen.
Die große Krux an dem Referendum ist, dass das Hilfsprogramm, worüber abgestimmt wird, bereits zum 30. Juni 2015 - also vor der Durchführung des Referendums - abgelaufen ist. 
Wie auch immer die Entscheidung am Sonntag ausfällt, sie wird in jedem Fall wegweisend für die griechische Regierung in Hinblick auf den europäischen Integrationskontext sein und einen Meilenstein in der gemeinsamen Währungspolitik darstellen.
Darüber hinaus hat Alexis Tsipras bereits einen Antrag auf Schuldenerlass und auf ein neues, drittes Hilfspaket in Brüssel gestellt. Dieser Antrag ist nicht nur bei den potenziellen Gläubigern umstritten. Es tut sich die Frage auf, wie mit diesem Antrag verfahren werden soll, da weder eine Schuldentragfähigkeit garantiert werden kann, noch wurde das zweite Hilfspaket erfolgreich zu Ende gebracht. Auch hierfür wird der Ausgang des Volksentscheids richtungsweisend sein.
http://www.euractiv.de/sections/finanzen-und-wirtschaft/umfrage-deutet-auf-knappes-ja-bei-griechenland-referendum-hin