Benutzerspezifische Werkzeuge
Navigation
 

Links

 

Berliner Europa-Dialog: Does Europe still matter? Die Folgen der US-Wahlen für Europa

Wie werden sich die US-Wahlen auf Europa auswirken? Podiumsdiskussion am 22.11.2016, an der FU Berlin

 Berliner Europadialog Does Europe still matter                  

Unter dem Titel „Does Europe still matter? Die Folgen der US-Wahlen für Europa“ fand am 22.11.2016 in der Freien Universität Berlin der vierte Berliner Europadialog statt. Der Dialog wurde kooperativ vom Dokumentationszentrum Vereinte Nationen – Europäische Union der Freien Universität Berlin, dem Europäischen Informationszentrum Berlin (Träger: Deutsche Gesellschaft e.V.) sowie der Europa-Union Berlin e.V. organisiert. Vor dem Hintergrund der US- Wahlen diskutierten Prof. Lora Anne Viola, Juniorprofessorin am John-F. Kennedy Institut der Freien Universität Berlin, Richard Kühnel, Leiter der Europäischen Kommission in Deutschland, Zeke Turner, vom The Wall Street Journal, und Jacob Schrot von der Initiative junger Transatlantiker e.V. über die Auswirkungen der Wahl in Amerika für Europa. Die Moderation wurde von Prof. Dr. Eva Heidebreder vom Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin übernommen.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung machte Prof. Viola darauf aufmerksam, dass nicht die Umfragen in den USA an sich versagt hätten, da diese einen engen Wahlkampf vorhersagten, jedoch die Wahrscheinlichkeit der Wahl Trumps von allen Seiten unterschätzt wurde.

Jacob Schrot warf indessen ein, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen dem demografischen Wandel innerhalb der Bevölkerung und der Wahlbeteiligung gibt, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass eine Erhöhung der Minderheiten im Land gleichzeitig eine höhere Wahlbeteiligung zur Folge hätten. Zudem wies er darauf hin, dass die Tatsache, dass eine Frau Präsidentin werden könnte nicht der Hauptgrund für die Wahl war, sondern die Persönlichkeiten beider Kandidaten spielten für die Bevölkerung viel mehr eine Rolle.

 Prof. Viola merkte zudem an, dass Clinton von der Wahlbevölkerung als „Bild für das Establishment“ gesehen wurde, welches von einem Großteil der Bevölkerung abgelehnt wurde. Sie merkt des Weiteren an, dass Trump innenpolitische Wahlversprechen größtenteils vermutlich nicht durchsetzen kann, außenpolitisch aber über sehr viel Macht verfüge, seine Politik durchzusetzen.

Richard Kühnel merkte an, dass in Europa zurzeit vor einer großen Unwissenheit stehe und zuerst analysierte werden müsse, wer da überhaupt kommt. Grundsätzlich mahnte er an, dass „wir Trump verstehen müssen und ihn nicht einfach abschreiben dürfen“, feste Bündnisse, aber auch von Trump nicht von heute auf morgen gekündigt werden können. Auch eine Abschottung Amerikas ist seiner Meinung nach auch mit einem Präsidenten Trump kaum möglich, da Amerika durch Globalisierung und Digitalisierung zu stark in internationale Netzwerke eingebunden ist, die nicht einfach zu kündigen sind.

Jacob Schrot nannte die Wahl Trumps eine „Katastrophe erster Klasse“, da es neben dem ersten Präsidenten ohne gänzliche politische Erfahrung, auch eine politisch unerfahrene Administration gibt.

Im Laufe der Veranstaltung meldeten sich eine Vielzahl Interessierter zu Wort, um mit dem Podium zu diskutieren und zum Teil kritische Fragen zu stellen.