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"Der baltische Weg"

Die Umbrüche des 20.Jahrhunderst prägten das Baltikum auf besondere Weise. Eine Wanderausstellung im Thüringer Landtag Erfurt widmet sich der wechselvollen Geschichte dieser Region.

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Die Deutsche Gesellschaft e.V. zu Gast im Thüringer Landtag

Der baltische Weg zur Freiheit war lang und ist noch immer voller Stolpersteine. Am 23. August wurde die gleichnamige Ausstellung „ Der baltische Weg zur Freiheit“ in Erfurt eröffnet.  Sie zeigt die in Westeuropa wenig präsente, aber für das Baltikum bis heute prägende Geschichte von Unterdrückung sowie das baltische Streben nach Unabhängigkeit und Freiheit.

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Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Christian Dietrich, Landtagspräsident Christian Carius sowie Sebastian Rösner Deutsche Gesellschaft

„Das Datum der Eröffnung ist dabei selbst passend, ist der 23. August doch der Gedenktag der Opfer der NS- und der Sowjetdiktatur“ wie Christian Dietrich, Landesbeautragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, hervorhebt. Dieser Tag würde in Deutschland weniger begangen als dies in anderen Ländern üblich sei, führte er weiter aus. Einst demonstrierten die Balten mit der größten Menschenkette quer über über Baltikum für Unabhängigkeit und Freiheit. Seit 2004 ist das Baltikum Teil der Europäischen Union. Deutschlands Gesamtverantwortung, insbesondere mit Hinblick auf Russland,  läge daher darin die Unabhängigkeit  der kleinen Staaten zu sichern, betonte Landtagspräsident Christian Carius.

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Gäste aus Politik und Gesellschaft mit Interesse für das Baltikum

Darum sei diese Ausstellung vor allem aus drei Gründen wichtig, wie Sebastian Rösner, wiss. Mitarbeiter aus dem Europabereich der Deutschen Gesellschaft erläuterte.

Einerseits werde die Bedeutung von Kunst, Sprache und Musik für die baltischen Staatsgründungen geschildert, anderseits aber auch das Streben der Balten nach Freiheit und Unabhängigkeit sichtbar.

Zweitens werde die Tragweite der Ereignisse des Zweiten Weltkrieges für diese Region deutlich. Sieht Russland in 1945 das Jahr der Befreiung, so sehen die baltischen Staaten bis heute darin den Beginn von Unterdrückung und Fremdherrschaft.

Nicht zuletzt prägen konkurrierende Erinnerungskulturen das Verhältnis zwischen den baltischen Staaten Estland, Lettland, Litauen zu Russland noch immer. Zwischen den baltischen Staaten und Russland steht die große russische Minderheit. Viele der sie betreffenden  Fragen insbesondere der sozialen und politischen Integration im Baltikum bleiben ungelöst, wie Rösner weiter erläuterte. Noch immer sind verschiedene nationale Erinnerungskulturen Anlass für Spannungen und Konflikte. Daher möchte die Ausstellung ihren Teil beitragen, diese verschieden Ansichten einander näher zu bringen, wie Rösner schließt. Vielleicht läge die gemeinsame Zukunft dieser Region auch in einer gemeinsamen Vergangenheit.
 

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Oliver Räumelt sorgte für musikalische Unterhaltung